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Historie und Entwicklung Dr. Oetker

Abb. 1  Backpulver mit

Seit Generationen vermittelt die Marke Dr. Oetker den Verbrauchern: Dr. Oetker-Produkte schmecken hervorragend, sind von höchster Qualität und gelingen garantiert. Doch angefangen hat die Geschichte des Unternehmens vor über einem Jahrhundert mit einem Tütchen weißen Pulvers.

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Dr. August Oetker – Von der Apotheke zum Unternehmen

Die Keimzelle des heutigen Unternehmens Dr. Oetker liegt in Bielefeld. Hier übernimmt im Jahr 1891 der Apotheker Dr. August Oetker (*1862 †1918) eine kleine Apotheke und entwickelt zwei Jahre später mit einer Apothekerwaage, einem Mörser und verschiedenen Pülverchen ein Produkt, welches schon bald das Backen revolutionieren und in aller Munde sein sollte: das Backpulver Backin. Für die Hausfrauen der damaligen Zeit stellt sich Backin schon bald als Segen heraus, denn aufgrund der Qualität der verwendeten Rohstoffe und des genau vorgegebenen Mischungsverhältnisses mit anderen Zutaten ist gewährleistet, dass jeder Kuchen gelingt. Für dieses Gelingen steht Dr. Oetker mit seinem Namen ein, indem er die gebrauchsfertig portionierten Backpulvertütchen mit seinem Namen versieht. Bis heute gilt Dr. Oetker damit als Entwickler eines der ersten Markenartikel überhaupt.

Durch die geschickte Vermarktung des Backpulvers steigt die Nachfrage nach Backin schnell an. Schon früh beschreitet Dr. Oetker in der Werbung neuartige Wege, wirbt mit Rezepten auf den Backpulvertütchen und in Zeitungen. Angesichts des großen Erfolgs kann Dr. Oetker bald von der aufwendigen Handarbeit zu einer industriellen Fertigung übergehen und die Entwicklung weiterer Produkte vorantreiben. Um die Jahrhundertwende lässt Dr. Oetker schließlich auch das Warenzeichen eintragen, das bis heute auf den Produkten des Unternehmens für die Marke Dr. Oetker steht: den rot-weißen „Hellkopf“.

Während die kleine Apotheke aus den Gründungstagen Schritt für Schritt zu einem Unternehmen heranwächst, nimmt Dr. Oetker bald die ersten Expansionspläne in Angriff. Im Jahr 1908 wird dann auch die erste Auslandsfertigung bei Wien aufgenommen.

Mit den Schrecken des Ersten Weltkriegs wird die Erfolgsgeschichte von Dr. Oetker jäh unterbrochen. Zunächst fällt 1916 der Sohn des Firmengründers, nur zwei Jahre später stirbt auch Dr. August Oetker und hinterlässt ein Unternehmen, das trotz der Folgen des Krieges zu den bedeutendsten seiner Art in Europa zählt.

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Dr. Richard Kaselowsky – Die Auslandsexpansion setzt sich fort

Als sich die Schatten des Kriegs langsam zu verziehen beginnen, übernimmt im Jahr 1920 Dr. Richard Kaselowsky (*1888 †1944), den die Witwe des Gründersohns in zweiter Ehe geheiratet hatte, die Führung des Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigt das Unternehmen noch über 600 Mitarbeiter. Mit seinem Gespür für das Geschäft kann er an den Erfolg des Gründers anknüpfen und die unterbrochene Auslandsexpansion des Unternehmens schon bald fortsetzen: In Frankreich, Polen, Belgien, Dänemark und Italien werden Schwesterfirmen gegründet.

 

Auch im Bereich Werbung steht Dr. Kaselowsky dem Einfallsreichtum seines Vorgängers in nichts nach. Mit intensiver Werbung, darunter Informationsmobile, eigenen Filmvorführungen und Vortragsveranstaltungen, werden den Verbrauchern die Produkte der Marke Dr. Oetker nähergebracht.

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Rudolf-August Oetker – Vom Lebensmittelunternehmen zum diversifizierten Konzern

Der Zweite Weltkrieg stellt erneut eine Zäsur für das Unternehmen Dr. Oetker dar. Im Jahr 1944 kommt Dr. Kaselowsky zusammen mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern bei einem Luftangriff auf die Stadt Bielefeld ums Leben. Mit Rudolf-August Oetker (*1916 †2007), dem Enkel von Dr. August Oetker, übernimmt nun wieder ein direkter Nachfahre des Firmengründers die Leitung von Dr. Oetker und beginnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs den Wiederaufbau des angeschlagenen Unternehmens. Die wirtschaftliche Erholung gelingt besser als erwartet, und so nimmt Rudolf-August Oetker, ähnlich wie seine Vorgänger, bald neue Märkte ins Visier. Nach und nach werden neue Sortimente im Lebensmittelbereich erschlossen, darunter Tiefkühlkost, Crème fraîche und Fertigdesserts. Doch die Wachstumspläne des Unternehmers erstrecken sich bald nicht mehr nur auf den Lebensmittelmarkt. Stattdessen dringt Rudolf-August Oetker mit seinem Unternehmen auch in andere Branchen wie Bier und alkoholfreie Getränke, Sekt, Wein und Spirituosen, Schifffahrt sowie Banken und Versicherungen vor und schmiedet so die Oetker-Gruppe, deren Entwicklung er bis ins hohe Alter mit Rat und Tat begleitete.

 

Abb. 2 Organigramm der Oetker-Gruppe

 

 

Neue Branchen der Oetker-GruppeNeue Branche der Oetker-GruppeNeue Branche der Oetker-GruppeNeue Branche der Oetker-Gruppe

Dr. h. c. August Oetker – Mit voller Fahrt in die Globalisierung

1981 tritt Dr. h. c. August Oetker (*1944), der Urenkel des Firmengründers, in das Unternehmen ein. Unter seiner Führung werden mehrere rechtlich selbstständige Unternehmenseinheiten zur heutigen Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG zusammengeführt, die in der Öffentlichkeit bis heute als Oetker-Gruppe mit den sechs Geschäftsbereichen Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke, Sekt, Wein und Spirituosen, Schifffahrt, Bank und sonstige Geschäftsbereiche auftritt. Insbesondere treibt er unter dem Dach der Dr. Oetker GmbH die Internationalisierung des Nahrungsmittelgeschäfts voran. Das Produktangebot von Dr. Oetker wird insbesondere in den 90er Jahren konsequent auf die Kernkompetenzen des Unternehmens ausgerichtet, um das zukünftige Wachstum zu sichern. Um die Jahrtausendwende ist Dr. Oetker in fast allen seinen Produktbereichen Marktführer in Deutschland. Auch die Internationalisierung, die seit Beginn der Unternehmensgeschichte eine Herzensangelegenheit der Dr. Oetker-Führung war, wird weiter vorangetrieben. Das Unternehmen orientiert sich immer stärker global und baut die Zahl der Ländergesellschaften auf rund 40 aus. Der Anteil am Umsatz, der im Ausland erwirtschaftet wird, wächst weiter und gewinnt zunehmend an Relevanz für das gesamte Unternehmen. Wichtige Märkte sind insbesondere West- und Osteuropa, Kanada, Brasilien, Argentinien, Indien und China.

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Richard Oetker – Auf dem Weg in die Zukunft

Anfang 2010 übernimmt Richard Oetker (*1951), der jüngere Bruder von Dr. h. c. August Oetker, die Geschäftsleitung von seinem Bruder. Richard Oetker hat sich in die neuen Funktionen und Ämter nicht lange einarbeiten müssen. Durch seine langjährigen Tätigkeiten in der Dr. Oetker Geschäftsführung, in der er seit über zehn Jahren das Ressort Personal und die Entwicklung von Schwestergesellschaften im Ausland verantwortete, sowie die Wahrnehmung zahlreicher Aufgaben in Gremien der zur Oetker-Gruppe gehörenden Unternehmen, war und ist er bestens mit den Themen und Angelegenheiten vertraut. Zudem besitzt er als Gesellschafter des Familienunternehmens ein ganz natürliches Interesse daran, dass sich die Geschäfte weiterhin positiv entfalten. Wie seine Vorgänger betont er, dass das Familienunternehmen Oetker wichtig für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist, weil man bei Oetker langfristig plane, auf stabile Erträge setze, zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffe und Innovationen vorantreibe.

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